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Kurz & knapp: Energieeffizienz in Gebäuden – 15 Tipps zum Heizkostensenken

Letzte Änderung: 08.11.2012

Katze liegt auf Heizkörper; Quelle: CA. Königsberg © www.fotolia.deUngefähr 80% des Endenergiebedarfs und mehr als 60 % der CO2-Emissionen der Haushalte werden durch das Heizen und die Warmwasserbereitung verursacht. Neben dem Strombedarf für den Betrieb von Elektrogeräten verursacht damit auch das Heizen unserer Wohnungen und Häuser nicht nur hohe Kosten, sondern trägt  durch einen erheblichen CO2-Ausstoß zur Umweltbelastung bei. Trends zu Niedrigenergiehäusern mit sehr geringen Wärmeverlusten und zu Passivhäusern, die nahezu ohne aktive Heizsysteme auskommen, zeigen, dass die Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden ein aktuelles Thema ist. Um die Effizienzsteigerung von neuen oder bestehenden Gebäuden geht es auch in den folgenden 15 Tipps des Umweltbundesamtes.

15 Tipps, wie Sie Ihre Heizkosten senken und die Umwelt entlasten können

 

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Tipp 1: Richtig heizen

Zu hohe Raumtemperaturen sind nicht nur ungesund und steigern die Gefahr von Erkältungen, sondern kosten auch unnötig Energie. Für Wohn- und Arbeitsräume ist eine Temperatur von 20°C meistens ausreichend. Bei Abwesenheit von bis zu zwei Tagen sollte die Raumtemperatur auf 15°C, bei längerer Abwesenheit auf 12°C eingestellt werden. Während der Nachtstunden sollte die Raumtemperatur in Wohn- und Arbeitsräumen möglichst um 5°C gesenkt werden. Moderne Heizungsanlagen ermöglichen eine zentral gesteuerte Absenkung der Raumtemperatur.
Heizkörper sollten nicht verkleidet, mit Möbeln zugestellt oder mit Vorhängen zugehängt werden, da sich die Wärme dann nicht ungehindert im Raum ausbreiten kann. Bei tiefen Außentemperaturen treten die höchsten Wärmeverluste auf. Allein ein nachts geschlossener Rollladen kann nachts die Wärmeverluste durch das Fenster um etwa 20% verringern. Geschlossene Vorhänge verstärken diesen Effekt.

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Tipp 2: Richtig Lüften

Regelmäßiges Lüften ist in der Heizsaison unerlässlich, um die Feuchtigkeit in Wohnräumen zu verringern und eine gute Luftqualität zu gewährleisten. Dabei ist es wirksamer, regelmäßig die Fenster ganz zu öffnen und fünf Minuten kurz und kräftig durchzulüften („stoßlüften“), als sie dauerhaft gekippt zu lassen. Dauerlüften bei laufender Heizung ist reine Energieverschwendung, weil man buchstäblich zum Fenster hinaus heizt! Nach dem Stoßlüften wird es schnell wieder warm, weil Wände und Möbel Wärme gespeichert haben und die frische Luft sich schnell aufheizt.

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Tipp 3: Den eigenen Energieverbrauch kennen und kontrollieren

Die Kosten für Strom und Heizung werden heute meist direkt vom Konto abgebucht. Das ist zwar bequem, führt aber leider auch dazu, dass man schnell den Überblick über die verbrauchte Energiemenge verliert. Achten sie deshalb regelmäßig auf Ihren Verbrauch. Den Überblick über ihre Energieverbrauche können Sie mit einem Energiesparkonto von co2online behalten.

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Tipp 4: Energieeffizienz des eigenen Gebäudes feststellen

Um die Energieeffizienz des eigenen Hauses zu verbessern, sollte man sich zuerst über  Energieverbrauch und -verluste des eigenen Gebäudes informieren. Eine erste Einschätzung können Sie mit dem HeizCheck vornehmen.
Einige Kommunen verfügen über einen Heizspiegel, der die Heizenergie- und Heizkostendaten von Gebäuden erfasst und damit eine zuverlässige und objektive Vergleichsmöglichkeit schafft.
Die Bundesregierung hat darüber hinaus mit der Energieeinsparverordnung Energieausweise für neue und bestehende Gebäude eingeführt, die über die energetische Qualität eines Gebäudes Auskunft geben. Sie müssen Interessenten bei Neuvermietung oder Verkauf auf Verlangen vom Vermieter oder Verkäufer vorgelegt werden. Fragen Sie also bei der Besichtigung einer Wohnung oder eines Hauses danach!
Im etwa 30-minütigen Energiecheck der Kampagne „Haus sanieren – profitieren!“ ermitteln speziell geschulte Handwerker einen ersten Überblick über den energetischen Zustand des gesamten Hauses, einschließlich der Heizungsanlage.

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Tipp 5: Verzicht auf Elektrische Heizlüfter

Elektrische Heizlüfter und Radiatoren sollte man nur im Notfall, wie etwa beim Ausfall eines anderen Heizsystems und dann nur über eine kurze Zeitspanne benutzen. Ein Dauerbetrieb dieser Geräte ist reine Energieverschwendung!

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Tipp 6: Regelmäßige Überprüfung der Heizungsanlage

Die Wartung und Überprüfung der Heizungsanlagen und die jährliche Reinigung des Heizkessels, am besten zu Beginn der Heizperiode, gewährleistet einen effektiven und wirtschaftlichen Betrieb. Dazu gehört die Überprüfung, ob sich Luft in den Heizungsrohren und Heizkörpern befindet, ebenso wie die Überprüfung der richtigen Einstellung der Regelung (die Werkseinstellungen sind meistens zu vorsichtig und verursachen einen höheren Energieverbrauch).
Heizungsanlagen verlangen auch eine regelmäßige Entlüftung der Heizkörper. Die Entlüftung der einzelnen Heizkörper mithilfe der Entlüftungsventile ist nötig, wenn der Heizkörper „gluckert“ oder trotz aufgedrehten Thermostatventils nicht mehr richtig warm wird.

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Tipp 7: Heizkörpernischen isolieren

In Heizkörpernischen sind Hauswände besonders dünn, deshalb kann mehr Wärme nach außen verloren gehen. Eine  nachträgliche Innenwanddämmung an der Heizkörpernische kann deshalb die Wärmeverluste verringern. Wenn der geringe Abstand zwischen Heizkörper und Wand eine nachträgliche Dämmung nicht erlaubt, ist das Einschieben einer dünnen Dämmfolie mit Aluminiumkaschierung auf der Heizkörperseite eine brauchbare Lösung.

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Tipp 8: Verteilungsverluste reduzieren

Die Wärmeverteilung ist notwendig, um die Heizwärme vom Wärmeerzeuger zu den Heizkörpern zu transportieren. Die Wärme, die auf diesem Weg verloren geht, muss zusätzlich erzeugt werden. Die Wärmeverluste der Heizungsrohre sollte daher durch eine effektive Rohrleitungsdämmung minimiert werden. Die Dämmschicht sollte mindestens so dick wie der Innendurchmesser des Rohres sein. Die Rohrdämmung sollte stets lückenlos sein und eng anliegen, damit Luft nicht zirkulieren und Wärme wegtragen kann.

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Tipp 9: Moderne Thermostatventile nutzen

Thermostatventile bestehen aus zwei Teilen: Am Thermostatkopf kann man die Raumtemperatur einstellen; er erfasst die Raumtemperatur und gibt dem Ventil(gehäuse) vor, wie viel Heizwasser in den Heizkörper fließen soll, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. Je genauer ein Thermostatventil die Raumtemperatur einhalten kann, desto geringer ist der Energieverbrauch. Neben den klassischen Thermostatköpfen gibt es auch programmierbare Thermostate, die nur zu den eingegebenen Zeiten auf die gewünschte Temperatur heizen. Der Einsatz moderner Thermostate kann etwa 10 % Energie sparen. Prüfen Sie mit dem ThermostatCheck, wie viel Energie Sie mit neuen Thermostatventilen sparen können.
Übrigens: Die Energieeinsparverordnung schreibt vor, dass in Wohngebäuden mit Zentralheizung die Raumtemperatur mit Thermostatventilen raumweise regelbar sein muss!

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Tipp 10: Sparsame Umwälzpumpen einbauen

Ungeregelte Heizungsumwälzpumpen sind oft die größten und am besten verborgenen Stromverbraucher im Haushalt! Drehzahlregelung und EC-Motor einer hocheffizienten Umwälzpumpe senken deren Stromverbrauch auf ein Viertel. Über die eingesparten Stromkosten amortisieren sich hocheffiziente Umwälzpumpen bereits nach kurzer Zeit, trotz des höheren Kaufpreises. Rechnen Sie mit dem PumpenCheck nach, ob sich eine neue Pumpe bei Ihnen lohnt! Ein Austausch lohnt sich in vielen Fällen auch, wenn die installierte Pumpe noch nicht defekt ist. Manchmal reicht es auch aus, bei regelbaren Pumpen eine geringere Leistungsstufe auszuprobieren.
Die EU-Kommission gibt hocheffiziente Umwälzpumpen  ab 2013 schrittweise als Standard vor. Sie sollten aber schon heute beim Kauf jeder Heizung oder einer Solaranlage besonders auf drehzahlgeregelte Umwälzpumpen mit EC-Motor achten.
Zum Weiterlesen: Informationen zur EU-Regelung und Informationen zum Pumpentausch.

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Tipp 11: Hydraulischen Abgleich durchführen lassen

In vielen Heizungssystemen bekommen die am weitesten vom Wärmeerzeuger entfernten Heizkörper nicht genug Heizwasser und können die Räume nicht mehr wunschgemäß heizen. Man erhöht deshalb die Leistung der Heizung und/oder die Leistungsstufe der Umwälzpumpe. Das Ergebnis: ein unnötig hoher Verbrauch an Wärme und/oder Strom. Beim hydraulischen Abgleich wird die Wärmeverteilung so eingestellt, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit Heizwasser versorgt werden. Die gesamte Heizungsanlage kann dann mit einem um bis zu 15 % höheren Nutzungsgrad arbeiten. Zusätzlich braucht die Umwälzpumpe weniger Strom.
Zum Weiterlesen: mehr Infos zum hydraulischen Abgleich, der Heizungs-Check - die eigene Heizungsanlage überprüfen lassen: Infos des Handwerks / Infos der Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft e. V..

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Tipp 12: Effiziente Anlagentechnik

Moderne und effizientere Heizungsanlagen bringen viel Energieersparnis. Durch den Einbau eines Brennwertkessels anstelle eines Standard- oder Niedertemperaturkessels und die Installation von kombinierten Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energie kann der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden. Mit dem Ratgeber Heizkosten im Altbau überprüfen Sie, ob Ihr Heizkessel effizient arbeitet. Der Ratgeber Heizkosten im Neubau hilft Ihnen bei der Wahl eines umweltfreundlichen Heizsystems, wenn sie gerade vorhaben, ein Haus zu bauen.

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Tipp 13: Bessere Gebäudedämmung

Schlechte Dämmung ist einer der Gründe für den massiven Wärmeverlust von Gebäuden. Eine bessere Dämmung der Außenwände, des Dachbodens und des Kellers in Altbauten führt in der Regel zu einer Verringerung des Heizenergiebedarfs von mehr als  60%. Dazu trägt auch der Einbau wärmeschutzverglaster Fenster bei. Der Modernisierungsratgeber hilft Ihnen, die mögliche Einsparung an Energie und Heizkosten einzuschätzen. Bei anspruchsvollen Sanierungen kann man bei gutem Kosten-Nutzen-Verhältnis sogar über 90% der Heizenergie durch besten Wärmeschutz, Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, luftdichter Bauweise und Nutzung erneuerbarer Energien einsparen (so genannte „Faktor-10-Sanierung”).

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Tipp 14: Austausch von Fenstern

Lassen Sie soweit wie möglich nicht mehr zeitgemäße Ein- und Zweifachglasfenster durch Fenster mit Wärmeschutzverglasung ersetzen. Der Wärmeschutz der Fenster muss dabei geringer sein als der Wärmeschutz der Wand, damit die im Raum vorhandene Feuchtigkeit am Fenster kondensiert und nicht an der Wand, was zu Schimmelbildung führen könnte. Bitte beachten Sie auch: Gut abgedichtete Fenster erfordern die Anpassung der Lüftungsgewohnheiten. In regelmäßigen Abständen muss durch gezieltes und regelmäßiges Lüften die Raumluft gegen Außenluft ausgetauscht werden. Auch eine Lüftungsanlage kann den notwendigen regelmäßigen Luftaustausch bewirken, ohne dass man regelmäßig ans Lüften denken muss.

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Tipp 15: Staatliche Förderung nutzen

Bund, Länder und Gemeinden, aber auch manche Energieversorger, bieten vielfältige Beratungen und Förderungen in den Bereichen Wärmeschutz und Heizenergieeinsparung an. Zu den Fördermöglichkeiten gehören zinsgünstige Darlehen, Zuschüsse oder Erleichterungen bei der Einkommenssteuer. Über einige Bundesländer kann an bestimmten Programmen zu Förderung der Energieeinsparung sowie der Nutzung von erneuerbaren Energien teilgenommen werden.
Unter http://www.energiefoerderung.info oder beim Fördermittel-Ratgeber finden Sie Rat.

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