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Letzte Änderung: 11.05.2012
Oft wird wärmer gewaschen als nötig. Wer aber die Waschprogramme und das Waschmittel optimal einsetzt, spart Energie. Zum Vorteil für Umwelt und Haushaltskasse. Schon bei einer Waschtemperatur von 30°C statt 40°C sinkt der Stromverbrauch um über 35%. Das UBA-Video informiert über Wäschepflege, Waschmittel, Dosierung und Temperatur.
Die Richtlinie zur nachhaltigen Verwendung von Pestiziden (2009/128/EG) berücksichtigt bisher nur Pflanzenschutzmittel. Das Projekt zeigt Erfordernisse und Möglichkeiten zur Übertragung der Maßnahmen zur nachhaltigen Verwendung auf Biozide und entwickelt darüber hinaus neue spezifische Maßnahmen. Es werden konkrete Maßnahmen für Holzschutzmittel, Insektizide und Antifoulingmittel vorgeschlagen.
Bisphenol A, enthalten in Babyflaschen, DVDs und Lebensmittelverpackungen, wird auf Vorschlag des UBA auf seine hormonelle Wirkung untersucht. Da R1234yf und PAN im Verdacht stehen, die Umwelt zu schädigen, werden auch diese beiden Stoffe bewertet. PAN, das in Gummi und Schmierstoffen drinsteckt, wird verdächtigt, sich nur sehr langsam abzubauen und in Organismen anzureichern. Sollte sich der Verdacht auf schädigende Wirkung der drei Stoffe bestätigen, muss deren Einsatz neu geregelt werden.
Ratten- und Mäusebekämpfungsmittel (Rodentizide) mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen (Antikoagulanzien) dürfen in Zukunft nur noch von geschulten und sachkundigen Anwendern verwendet werden. Das ist im Biozid-Produktzulassungsverfahren durch das UBA festgelegt worden. Ziel ist, das hohe Risiko der Primär- und Sekundärvergiftung von Nicht-Zieltieren zu mindern und die Resistenzentwicklung bei Zieltieren zu vermeiden.
Mehrere hundert Tonnen Medikamente lassen sich jährlich in der Umwelt nachweisen. Ins Abwasser gelangen sie meist über menschliche Ausscheidungen oder die unsachgemäße Entsorgung über die Toilette. Von dort dringen sie in die Umwelt ein. Wie die Substanzen auf Ökosysteme wirken, ist jedoch nicht ausreichend erforscht. Das Umweltbundesamt fordert daher eine systematische Überwachung von Arzneimittelrückständen.
Das UBA begrüßt den Vorschlag der EU-Kommission, europaweit ein Verbot von Phosphat in Textilwaschmitteln einzuführen. Die europaweite Verwendung phosphatfreier Waschmittel führt zu einer Verringerung der Nährstoffeinträge in die Gewässer und ist ein wichtiger Schritt zu einer grenzüberschreitenden Verbesserung der Wasserqualität. Damit ist nach jahrelangen Diskussionen der richtige Weg beschritten. In Deutschland wurden phosphatfreie Waschmittel bereits in den 80iger Jahren eingeführt. Maschinengeschirrspülmittel enthalten jedoch noch immer Phosphate. Daher wäre eine Regelung auch für Maschinengeschirrspülmittel sinnvoll.
Die Chemieindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftssektor in Deutschland und Motor für innovative Produkte. Doch nachhaltige Chemie bedeutet auch, Umweltstandards in globalisierten Märkten zu etablieren. Allein die Massenproduktion von Kleidung und Schuhen in den Schwellen- und Entwicklungsländern verursacht erhebliche Probleme für die Umwelt. Wie wir diese lösen können, zeigt die UBA-Jahrespublikation.
Kunststoffe sind eine bisher unterschätzte Quelle für den Eintrag hormonähnlicher Substanzen in die Umwelt. Umwelthormone können zum Beispiel die Fortpflanzungsfähigkeit von Fischen stark beeinflussen. Eine Studie im Auftrag des UBA zeigt, wie solche Substanzen erkannt und charakterisiert werden können. Testmethoden, die ohne den Einsatz von Wirbeltieren auskommen, wurden auf den Prüfstand gestellt, optimiert oder neu entwickelt.
Unter der EU-Chemikalienverordnung REACH müssen die Bedingungen für die sichere Verwendung von Stoffen von Herstellern, Importeuren und Formulierern an ihre Kunden weitergegeben und von diesen eingehalten werden. Scaling kann helfen zu prüfen, ob eine Anwendung von den Vorgaben abgedeckt ist. Dieses Gutachten, die dazugehörigen Excel-Vorlagen und ein Leitfaden unterstützen Registranten und Formulierer bei der Entwicklung von Scaling-Hilfen und nachgeschaltete Anwender bei der Durchführung des Scalings.
Eine einzelne Chemikalie kann in verschiedenen Produkten enthalten und für verschiedene Anwendungen im Einsatz sein und von mehreren Herstellern und Importeuren auf den Markt gebracht werden. Die Emissionen der einzelnen Verwendungen können sich in der Umwelt addieren und insgesamt ein unannehmbares Risiko darstellen. Die Berücksichtigung aggregierter Stoffeinträge bei der Expositionsbewertung unter REACH wurde untersucht und es werden Vorschläge für die Umsetzung gegeben.
Auch für Kunststoffrecycling-Betriebe gilt das europäische Chemikalienrecht REACH. Danach müssen Hersteller, Importeure und Anwender von Chemikalien deren Sicherheit beurteilen und eingesetzte Stoffe bei der europäischen Chemikalienagentur ECHA in Helsinki registrieren. Gerade bei Recyclingstoffen ist das oft schwierig, da deren Zusammensetzung variiert oder gar nicht bekannt ist. Das gemeinsam mit der Kunststoff- und Automobilindustrie durchgeführte Forschungsvorhaben beinhaltet eine systematische Bestandsaufnahme der aus der REACH-Verordnung resultierenden Anforderungen an die im Abfallrecycling tätigen Akteure sowie eine Übertragung auf die konkrete Situation im Kunststoffrecycling. Kunststoffverwertern werden Wege zur sachgerechten Ermittlung von Stoffinformationen aufgezeigt und Hinweise zur Dokumentation und zur Weitergabe an Kunden gegeben.
Bis Juni 2013 können Chemikalien, deren Produktionsmenge mehr als 100 Tonnen pro Jahr beträgt, noch bei REACH registriert werden. Aber die Registrierung ist für kleine und mittlere Unternehmen wegen der rechtlichen Anforderungen von REACH eine besondere Herausforderung. Aus diesem Grunde setzen UBA und BMU die Workshopreihe „REACH in der Praxis“ 2012 und 2013 mit insgesamt acht Fachworkshops zu verschiedenen Aspekten der Umsetzung von REACH fort.
Die in Umweltprobenbanken gesammelten Proben wie Vogeleier oder Fischlebern helfen, die Belastung der Umwelt mit problematischen Stoffen langfristig zu beobachten. Sie sind deshalb ein wichtiger Baustein, um den Erfolg der EU-Chemikalienpolitik REACH zu überprüfen. Wie genau die 16 europäischen Umweltprobenbanken dazu beitragen können, diskutierten Fachleute im Juni 2010 auf einer Konferenz in Berlin. Nun ist der Konferenzbericht erschienen.