Cyanocenter

Cyanobakterienblüte am Badestrand
Quelle: Dr. Ingrid Chorus / UBA
Cyanobakterienblüte am Badestrand
Quelle: Dr. Ingrid Chorus / UBA
Cyanobakterien kommen in Oberflächengewässern häufig vor. Viele von ihnen produzieren Giftstoffe – Cyanotoxine – die eine Gesundheitsgefährdung bei der Freizeitnutzung von Gewässern darstellen und manchmal auch besondere Aufmerksamkeit in der Trinkwasseraufbereitung erfordern. Ziel des Umweltbundesamtes ist es, Maßstäbe für eine sichere Trinkwasserversorgung und Badegewässernutzung zu schaffen. Basis dafür ist eine langjährige Forschungstätigkeit über das Vorkommen von toxischen Cyanobakterien und Cyanotoxinen, Möglichkeiten ihrer Entfernung in der Trinkwassergewinnung sowie ihrer Vermeidung durch Ressourcenschutz.
Als CyanoCenter berät und unterstützt das Umweltbundesamt bei der Analyse und der gesundheitlichen Bewertung des Vorkommens möglicherweise toxischer Cyanobakterien, bei der Entwicklung und Optimierung von situationsangepassten Überwachungsprogrammen sowie bei der Entwicklung von Strategien zur Beherrschung ihres Vorkommens.
Im Unterschied zu anderen Ländern (s.u.) hat Deutschland keine gesetzlichen Grenzwerte für einzelne Cyanotoxine festgelegt, denn hier genügen die geltenden allgemeinen Regularien in Kombination mit den WHO-Empfehlungen:
Die allgemein gehaltenen Aussagen dieser Regularien lassen hinreichenden Spielraum, um vor Ort die für die jeweilige Situation wirksamsten Maßnahmen zu treffen. Die Bausteine dafür sind Risikobewertung, Risikomanagement sowie ggf. eine gezielte Überwachung, insbesondere wenn im Gewässer Schlieren oder „Wasserblüten“ sichtbar werden bzw. in der Jahreszeit, zu der sie typischerweise auftreten.
Die Risikobewertung beginnt mit Screening-Untersuchungen um festzustellen, ob aufgrund der Bedingungen in dem Gewässer eine hohe Cyanobakterienbiomasse möglich oder wahrscheinlich ist und falls ja, welche Cyanobakterien im jeweiligen Gewässer vorkommen, ob sie Cyanotoxine produzieren und falls ja, ob Konzentrationsbereiche oberhalb der oben genannten Leitwerte zu erwarten sind. Ergeben sich daraus Hinweise auf ein Risiko, so gilt es, ein für die jeweilige Situation angepasstes Programm zur Überwachung auf Cyanobakterien und Cyanotoxine zu etablieren und ggf. für Akutsituationen kurzfristige Schutzmaßnahmen zu treffen – z. B. die vorübergehende Sperrung von Badestellen oder die Überprüfung und ggf. Optimierung der Trinkwassergewinnung und –aufbereitung. Zu einem nachhaltigen Risikomanagement gehören jedoch Maßnahmen, die an der Ursache des Problems ansetzen, d.h. Schutz und Bewirtschaftung der Gewässer so, dass ein Auftreten der (toxischen) Cyanobakterien minimiert wird.
Risikobewertung, Risikomanagement, Regularien