Luft-Wasser-Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel und Deckenheizung
Die Gasheizung musste ersetzt werden. Das Gebäude war bereits mit einer Deckenheizung ausgestattet.
Die Gasheizung musste ersetzt werden. Das Gebäude war bereits mit einer Deckenheizung ausgestattet.
Das Projekt umfasst eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einem Schichtenspeicher. Es soll zusammen mit einer PV-Anlage die alte Gasheizung ersetzen und den Strombezug fast vollständig vermeiden.
Unser Gebäude ist ein freistehendes Einfamilienhaus mit 200 m² beheizter Fläche, Baujahr 2000, in Langenfeld (40764). Die ursprüngliche Heizlösung bestand aus einer Gastherme ohne Brennwerttechnik und einer Solarthermieanlage. Aufgrund der Suche nach einer klimafreundlicheren und wirtschaftlicheren Lösung fiel die Entscheidung auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Durch die Auswahl einer mit R290 betriebenen Wärmepumpe wurde die Festlegung der Aufstellortes zu einer Herausforderung: R290 ist ein umweltfreundlicheres, aber auch entzündlicheres Kältemittel. Daher müssen spezielle Sicherheitsanforderungen beachtet werden, wie zum Beispiel der Abstand zu offenen Flächen und ausreichend Belüftung, um das Risiko einer Brandgefahr zu minimieren. Wir konnten die Herausforderung durch das Stilllegen eines Kellerfensters lösen.
Die Installation des Schichtenspeichers (750 l) war herausfordernd und erfolgte über eine enge Treppe. Der ehemalige Standort der Gastherme im Dachgeschoss stellte sich zunächst als Hindernis heraus, konnte jedoch durch eine technische Lösung über die Heizkreisleitungen im Keller elegant überwunden werden.
Die Monoblock-Wärmepumpe wurde vor dem Haus installiert, mit Leitungen, die auf kürzestem Weg zum Technikraum führen. Der Schichtenspeicher ersetzt den alten und ist nun mit der bestehenden Installation durch eine hydraulische Trennung verbunden. Auch die Frischwasserstation wurde integriert und an die Zirkulation angeschlossen. Neue Heizkreisverteiler sorgen für eine bessere Anpassung an die geringen Volumenströme.
Als ich das Haus in 1998/99 geplant habe, habe ich schon hohe Dämmstandards umgesetzt. Zu einem Passivhaus hat mir leider der Mut gefehlt. Ich habe aber eine detaillierte Heizlastberechnung nach den damals gültigen Normen (DIN 4701) durchgeführt. Das hat bei der Planung der WP sehr geholfen.
Der Heizungsbauer war eine große Unterstützung bei allen Fragen rund um die Installation der Wärmepumpe. Besonders als die Gastherme im November 2022 ausfiel, half er, indem er einen Durchlauferhitzer in der Zirkulation montierte, um die Warmwasserversorgung wiederherzustellen. Die Raumtemperatur konnte mit einem Radiator und einem Kaminofen weitgehend aufrechterhalten werden.
Die Umsetzung dauerte aufgrund hoher Nachfrage lange und die Kosten waren hoch. Der Zeitpunkt der Bestellung war ungünstig, aber die Förderung von 40 % half, die Kosten zu reduzieren. Die Wärmepumpe hat sich als sehr leistungsfähig erwiesen, mit einer JAZ von 5,4 für 2024. Auch die Kühlfunktion im Sommer ist ein großer Vorteil.
Einige Einstellungen müssen noch optimiert werden, insbesondere in Bezug auf die Kühlleistung. Weitere bauliche Maßnahmen sind aktuell nicht geplant.
- Beim Kauf einer Wärmepumpe auf klimafreundliche Kältemittel, hohe Leistungszahlen und einen niedrigen Geräuschpegel achten.
- Eine Gesamtkostenrechnung (TCO) ermöglicht sinnvollere Vergleiche als nur der Kaufpreis.
- Ein vertrauenswürdiger Handwerker ist von unschätzbarem Wert.
- Der Heizlastbedarf muss präzise berechnet werden, um die Wärmepumpe richtig zu dimensionieren.
- Wärmepumpen nicht zu groß dimensionieren, um Takten zu vermeiden und die Lebensdauer zu erhöhen.
- Der Austausch von unterdimensionierten Heizkörpern senkt die Vorlauftemperatur und spart Energie.