Im Rahmen eines Forschungsvorhabens des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nuklerare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), beauftragt durch das UBA und umgesetzt durch die Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien, wurde eine umfassende Übersicht über das breite Spektrum angewandter und sich in der Entwicklung befindender Nanocarrier erstellt. Unter Nanocarrier werden Trägersysteme im Nanometerbereich verstanden, die Wirkstoffe schützen, gezielt transportieren und an einem vorgesehen Wirkort freisetzen. Nanocarrier werden vor allem in der Medizin, aber auch in der Landwirtschaft, in der Kosmetik, in Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt beziehungsweise dafür erforscht. So können diese beispielsweise Chemotherapeutika direkt an den Tumor transportieren und erst dort freisetzen, so dass eine effektive Wirkung bei Reduzierung unerwünschter Nebenwirkung erfolgen kann. In der Landwirtschaft könnten Nanocarrier dazu dienen, Pestizide bis zur Freisetzung am Wirkort vor vorzeitigem Abbau oder Abdrift zu schützen, was zu einem effektiveren Einsatz und damit einer möglichen Reduzierung der Einsatzmenge einhergehen kann.
Nanocarrier stellen damit vielversprechende neuartige Materialien mit Vorteilen für Mensch und Umwelt dar. Dabei wird deutlich, dass diese "Verpackung" das Verhalten und die Wirkung der Wirkstoffe verändern kann. Welche neuen Herausforderungen dies für die gesundheitliche und Umweltbewertung von Wirkstoffen birgt, wird derzeit diskutiert und erforscht.
Der nun vorliegende Bericht dient als Grundlage, Nanocarrier für die Beantwortung dieser und anderer Forschungsfragen zu identifizieren, auszuwählen oder zu priorisieren.