zum Vergrößern anklickenDigitale Produktpässe erleichtern die Nachverfolgbarkeit von Chemikalien in Produkten Quelle: Ekaterina Grosheva / Unsplash
Projekt Interreg ECHT: Förderung der Kreislaufwirtschaft durch Rückverfolgbarkeit von Chemikalien mittels digitalem Produktpass („Enable Digital Product Passports with Chemicals Traceability for a Circular Economy”).
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Die neue EU Ökodesign-Verordnung verlangt die Bereitstellung von Informationen über Chemikalien, die in Produkten enthalten sind, in digitalen Produktpässen. Dabei sollen die genauen Datenanforderungen für die digitalen Produktpässe für jede Produktgruppe einzeln festgelegt werden. Textilien stehen ganz oben auf der Prioritätenliste der zu bearbeitenden Produktgruppen. Der Produktpass setzt voraus, dass Akteure der Lieferkette Zugang zu detaillierten Produktinformationen inkl. Materialzusammensetzungen und damit verbundenen Auswirkungen haben. Die Rückverfolgbarkeit (Traceability) von Chemikalien in Materialien ist eine wichtige Voraussetzung für kreislauffähige Produkte und Geschäftsmodelle.
Gerade im Textilsektor machen es die Volatilität, Komplexität und etablierte Strukturen der Lieferketten den Unternehmen schwer, die in ihren Produkten enthaltenen Chemikalien zu bestimmen. Hier setzt das Interreg Projekt ECHT an: Es zeigt die Chancen einer koordinierten und grenzüberschreitenden Umsetzung des digitalen Produktpasses auf. Viele Textilunternehmen sind in Nordwest-Europa ansässig, die meisten davon Mikro- (89 %) sowie kleine und mittelständige Unternehmen (KMU). ECHT unterstützt die Akteure dieser Wertschöpfungsketten dabei, die Nachverfolgbarkeit von Chemikalien zu etablieren und Netzwerke, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Um seine Reichweite zu maximieren, ist ECHT nicht an bestimmte IT-Lösungen gebunden.
Übersicht Interreg Projekt ECHT Quelle: Projekt ECHT - Hochschule Darmstadt
Projektaktionen:
Traceability Strategy: Akteure aus Hochschule, Industrie und Behörden entwickeln im Projekt gemeinsam ein Zukunftsszenarium für 2035, bestimmen die Faktoren, die das Szenarium beeinflussen und eine Strategie, wie das Szenarium verwirklicht werden kann (Theory of Change).
Aktionspläne: Die Strategie wird in drei Aktionspläne umgesetzt, einen für Politik und Behörden, einen für die Textil- und einen für die Teppichindustrie.
Training Schemes: In Schulungsprogrammen werden Stakeholder der Industrie über Möglichkeiten der Verfolgbarkeit von Chemikalien in der Lieferkette informiert.
Knowledge Platform: Die Projektergebnisse werden auf einer Wissensplattform weiteren Stakeholdern zur Verfügung gestellt.
Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf den Wertschöpfungsketten der Textilindustrie (Bekleidung aus Baumwolle und Polyester, Teppiche), die Projektergebnisse sollen aber möglichst auch auf weitere Industrie-Sektoren anwendbar sein. Der Blick auf diese Wertschöpfungsketten schließt den gesamten Lebensweg der Produkte mit ein.
Das Umweltbundesamt ist Projektpartner in Interreg ECHT und insbesondere für die Entwicklung des Aktionsplans für Politik und Behörden zuständig.
Projektdaten:
Gefördert im Rahmen von Interreg NWE Call2
Projektlaufzeit 01.01.2024-31.12.2026
Projektkoordinator: Hochschule Darmstadt, Forschungsgruppe sofia
Projektpartner: Luxembourg Institute of Science and Technology LIST, Umweltbundesamt UBA, Neovili, European Carpets and Rugs Association ECRA, H&M Group, Luxembourg Media and Digital Design Centre LMDDC, Team2, PUMA.
Weitere Projektbeteiligte: Inditex, Ineris, Luxinnovation, Sympany, Techtera, Euratex, Lacoste, Blutsgeschwister
Kontakt im Umweltbundesamt: Dr. Ioannis Dosis (ioannis [dot] dosis [at] uba [dot] de)
Interreg ECHT Quelle: Projekt Interreg North-West Europe
„Für Mensch und Umwelt“ ist der Leitspruch des UBA und bringt auf den Punkt, wofür wir da sind. In diesem Video geben wir Einblick in unsere Arbeit.
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