Eine Pilotstudie zur Umsetzung des „Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“ hat die Belastungen von Kleingewässern in der Agrarlandschaft mit Pflanzenschutzmittelrückständen untersucht. Dabei wurden im Auftrag des Umweltbundesamtes und unter Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in ganz Deutschland jeweils im Frühjahr 2018 und 2019 Bäche in unmittelbarer Nachbarschaft zu landwirtschaftlich genutzten Flächen nach Regenereignissen untersucht.
Die Funde belegen, dass Rückstände von Pflanzenschutzmitteln regelmäßig in bedenklichen Mengen in die angrenzenden Gewässer gespült werden. In jeder zweiten Wasserprobe wurden Stoffe in zu hohen Konzentrationen gefunden. An über 80 Prozent der untersuchten Gewässerabschnitte wurden die, zum Zeitpunkt des Monitorings als akzeptabel bewerteten Konzentrationen (Regulatorisch Akzeptable Konzentration, RAK), von mindestens einem Wirkstoff überschritten. An über 60 Prozent der Standorte wurden die zulässigen Werte sogar von mehreren Stoffen übertroffen.
Im 2013 von der Bundesregierung erstellten Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) ist das konkrete Ziel formuliert, dass bis 2023 in Deutschland 99 Prozent aller nach Regenereignissen genommenen Proben die RAK-Werte einhalten sollten. Doch nur 40 Prozent der hier untersuchten Proben erreichten dieses Ziel.