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Die globale Bestandsaufnahme in den neuen Klimaschutzbeiträgen

In dem Projekt wurden 75 Nationale Klimaschutzbeiträge analysiert.
In dem Projekt wurden 75 Nationale Klimaschutzbeiträge analysiert.
Quelle: UBA-Grafik

Die Globale Bestandsaufnahme (GST) bewertet alle fünf Jahre die weltweiten Fortschritte im Klimaschutz. Sie bildet das Herzstück des Ambitionsmechanismus des Übereinkommens von Paris, nach dem neue nationale Klimaschutzbeiträge (NDC) jeweils ehrgeiziger sein sollen als vorherige. Die Ergebnisse der GST sollen die Richtung vorgeben. Ein UBA-Projekt analysierte NDCs im Hinblick auf GST-Ergebnisse.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund und Einleitung

Gemäß dem Übereinkommen von Paris sollen Vertragsstaaten darlegen, wie die Ergebnisse der Globalen Bestandsaufnahme (Global Stocktake, GST) in ihren nationalen Klimaschutzbeiträgen (Nationally Determines Contributions, NDC) berücksichtigt werden. Im Rahmen des UBA-Forschungsvorhabens „GST in NDCs – Wie werden die Ergebnisse der ersten Globalen Bestandsaufnahme in den NDCs reflektiert?“ wurde analysiert, inwieweit die Signale und Impulse aus den Ergebnissen der ersten Globalen Bestandsaufnahme 2023 (Decision 1/CMA.5) in 75 der neuen, 2025 und 2026 eingereichten nationalen Klimaschutzbeiträgen aufgegriffen wurden. Auf Basis dieser Analyse der Wirkung der Ergebnisse des ersten GST wurden Rückschlüsse für zukünftige GST/NDC-Zyklen gezogen. 

Im Zentrum stehen die Paragraphen 28 (mit Unterabsätzen), 33, 36, 37, 39, 40 und 42 der GST-Entscheidung. Diese enthalten wesentliche Empfehlungen zur globalen Treibhausgasminderung und zur Ausgestaltung ambitionierter Klimaschutzbeiträge, darunter der Ausbau erneuerbarer Energien, der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, Klimaneutralität bis 2050 sowie gesamtwirtschaftliche Transformationspfade. Teile der GST-Entscheidung, die sich auf Anpassung, Finanzierung, Verluste und Schäden sowie internationale Zusammenarbeit beziehen, sind in dieser Analyse ausdrücklich nicht berücksichtigt.

Ergebnisse

Die Analyse zeigt, dass 92 Prozent der 75 NDCs die Globale Bestandsaufnahme in irgendeiner Form erwähnen. Die explizite Ausrichtung auf bestimmte Entscheidungen der Globalen Bestandsaufnahme variiert jedoch erheblich. Paragraph 28a (Verdreifachung der erneuerbaren Energien und Verdopplung der Energieeffizienz) wurde am häufigsten genannt, wobei 45 NDCs auf die Globale Bestandsaufnahme als Informationsquelle verwiesen. Eine beträchtliche Anzahl dieser 45 NDCs enthält konkrete Ziele oder Maßnahmen. Komplexere Themen, wie der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen (Absatz 28d) oder der Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe (Absatz 28h), werden trotz hoher thematischer Relevanz in vielen Ländern seltener explizit erwähnt. In vielen Fällen ist unklar, ob die Ergebnisse der Globalen Bestandsaufnahme die NDCs beeinflusst haben: Viele Länder behandeln Themen der GST-Entscheidung, nennen die GST jedoch nicht als treibende Kraft. Dies zeigt sich deutlich bei Paragraph 36 (Kreislaufwirtschaft). 61 von 75 NDCs behandeln die Kreislaufwirtschaft an irgendeiner Stelle im NDC, ohne in diesem Zusammenhang die Globale Bestandsaufnahme zu erwähnen. Aber nur 16 der 75 NDCs befassen sich mit der Kreislaufwirtschaft und verweisen gleichzeitig in diesem Zusammenhang auf die Globale Bestandsaufnahme. Weitere Ergebnisse zu den untersuchten Paragraphen sind in der Infografik dargestellt.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der erste Zyklus des Ambitionsmechanismus teilweise erfolgreich war, die Integration der Ergebnisse der Globalen Bestandsaufnahme in nationale Planungsprozesse jedoch sehr unterschiedlich ausfällt. Während quantifizierte Benchmarks (z. B. für erneuerbare Energien) eher übernommen werden, ist dies bei anderen Themen nicht der Fall.

Empfehlungen

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen einen Beitrag zu den Verhandlungen im Vorfeld der zweiten Globalen Bestandsaufnahme leisten. Diese Verhandlungen werden 2027 an Fahrt gewinnen, ebenso wie die Verhandlungen über künftige NDCs (z. B. Verfahren, Berichtspflichten), die bereits ab 2026 erörtert werden sollen. Zehn Empfehlungen für die zweite Global Bestandsaufnahme und künftige NDC-Zyklen wurden erarbeitet, beispielsweise zu folgenden Punkten:

  • Standardisierung: Verwendung standardisierter Vorlagen für Informationen zur Förderung von Klarheit, Transparenz und Verständnis (Information to facilitate Clarity, Transparency and Understanding (ICTU)) zu fördern.
  • Aktualisierung der Leitlinien: Überarbeitung des ICTU-Abschnitts zur Globalen Bestandsaufnahme, um eine detailliertere Berichterstattung zu befördern.
  • Quantifizierte Benchmarks: Entwicklung quantifizierter Ziele für die zweite Globale Bestandsaufnahme, insbesondere für erneuerbare Energien, Natur und Kreislaufwirtschaft, um klarere nationale Ziele zu befördern.
  • Transparenz: Förderung der Berichterstattung über die nationale Relevanz von GST-Entscheidungen.
  • Struktur: Gestaltung künftiger GST-Entscheidungstexte, damit diese als bessere „Orientierungspunkte“ für die nationale Klimapolitikplanung dienen können.
GST in NDCs: How the first Global Stocktake is reflected in the NDCs. Die Ergebnisse des Projekts wurden in einer Infografik zusammengefasst.
Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11850/publikationen/2026-06/Infografik_GST_in_NDCs.jpg

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